Ausgewählte Antidiskriminierungsstellen in Deutschland (Stand: April 2010)
Das europäische forum für migrationsstudien (efms) hat eine Auswahl von derzeit 20 Antidiskriminierungsstellen erstellt, welche Personen, die (ethnische oder rassistische) Diskriminierung erfahren haben, kompetent unterstützen und beraten. Die dabei entstandene Liste von öffentlichen Stellen auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene sowie von zivilgesellschaftlichen Nicht-Regierungsorganisationen ist nicht abschließend zu verstehen, sondern soll als „work in progress“. Zusätzlich zu diesen 20 Stellen wurden die bundesweite Dachorganisation advd, die Rechtshilfestiftung Leben ohne Rassismus und das Büro zur Umsetzung von Gleichbehandlung (BUG), das besonders auf strategische Prozessführung abzielt, mit aufgenommen.
In nur wenigen Städten wurden in den letzten Jahren spezielle Antidiskriminierungsbüros innerhalb der Stadtverwaltung eingerichtet, die als Anlaufstelle für Menschen, die Erfahrungen mit Diskriminierung gemacht haben, systematisch Beratung und Unterstützung anbieten. Landesweit tätige (staatliche) Antidiskriminierungsstellen finden sich nur in Berlin, Brandenburg und seit Kurzem auch in Hamburg. Dieser Mangel kann nur sehr begrenzt in einigen Regionen von Nicht-Regierungsorganisationen wettgemacht werden: Lediglich in NRW und Berlin haben sich in den letzten Jahren tragfähige Antidiskriminierungsstrukturen herausgebildet – mit viel zivilgesellschaftlichem Engagement und z.T. mit politischer und finanzieller Unterstützung durch die Landesregierungen. Die seit 2006 bestehende Antidiskriminierungsstelle des Bundes kann somit (noch) nicht auf ein flächendeckendes Angebot von Unterstützungsstrukturen vor Ort zurückgreifen – ein Defizit, das im Juli 2009 auch von dem UN-Sonderberichterstatter zu Rassismus, Githu Muigai, kritisiert wurde.
Folgende Antidiskriminierungsstellen wurden ausgewählt und werden auf den nächsten Seiten in aller Kürze (Grunddaten) dargestellt:
Die Liste wird kontinuierlich aktualisiert. Sollten Sie Interesse an der aktuellen Version oder andere Nachfragen oder Vorschläge dazu haben, wenden Sie sich bitte an: Mario Peucker, Mitarbeiter am efms, Leitung des deutschen RAXEN NFPs
0951 - 932020-17, mario.peucker@uni-bamberg.de